Integrative Lerntherapie


Bei IFFiS finden Kinder und Jugendliche, deren Familien sowie Erzieher/innen und Lehrkräfte kompetente Unterstützung und Hilfe bei der Bewältigung von Problemen im Bereich der Lern- und Leistungsstörungen.

Häufig reicht das schulische Lern- und Förderangebot für einige Schülerinnen und Schüler nicht aus, um chronifizierte Lernstörungen zu überwinden. Im Sinne einer Integrativen Lerntherapie werden nicht nur die Symptome der Störungen und innerpsychische Blockaden behandelt, sondern ausgehend von einer ganzheitlichen Betrachtungsweise ebenso päda­gogische und soziale Komponenten mit berücksichtigt. Ziel der Arbeit ist der (Wieder-) Aufbau einer positiven Lernstruktur für das Kind und eine umfassende Unterstützung der Eltern, Erzieher/innen und Lehrkräfte. Jedem individuellen Förderplan geht eine ausführliche Diagnostik voraus.

Wir arbeiten sehr eng mit den Eltern zusammen, da sie - als Experten für ihr Kind - unverzichtbar für unsere Tätigkeit sind. Um ein umfassendes Gesamtbild der Lernsituation des Kindes zu erhalten, arbeiten wir auch mit Ärzten und anderen Therapeuten zusammen.

Unsere Arbeit versteht sich nicht als Nachhilfeunterricht, bei dem Schulstoff aufgearbeitet, wiederholt oder geübt wird. Vielmehr geht es bei IFFiS darum, Schwierigkeiten auszuräumen und Grundlagen zu schaffen, damit Lernen gelingen kann. Wir wollen unsere Kinder und Jugendlichen motivieren, wieder Spaß am Lernen zu haben. Durch Methodenvielfalt und -integration und ein individuelles Eingehen auf den einzelnen Menschen stärken wir das Selbstwertgefühl und zeigen den Kindern einen zuversichtlichen Weg nach vorn. Wir unter­stützen sie dabei, mit ihren Schwierigkeiten angemessen umzugehen und Möglichkeiten zu finden, die kennengelernten Hilfestellungen selbstständig zu nutzen.

Bei unserer Arbeit arbeiten wir Stärken und Kompetenzen orientiert, denn:

"Wer Stärken stärkt, schwächt die Schwächen und beglückt."

(Joëlle Huser)

Schwerpunkte der Beratungstätigkeit sowie des Therapie- und Trainingsangebotes bei IFFiS sind

Im Folgenden finden Sie Informationen, die Ihnen einen Überblick über die Merkmale ver­schiedener Störungsbilder sowie Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten geben. Es handelt sich hierbei zum Teil um Störungen, bei denen laut der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10-GM Version 2011) "die normalen Muster des Fertigkeitserwerbs von frühen Entwicklungsstadien an gestört sind." Die Gründe für diese Störungen können vielfältig sein.

Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten bzw. -störungen

Kinder, die sich im Unterricht oder bei den Hausaufgaben nicht konzentrieren können, sind häufig nicht in der Lage, die Leistungen zu erbringen, die ihrem Potenzial entsprechen. Manchmal sind sie unruhig, unorganisiert und unstrukturiert und verlieren den Überblick über die Dinge. Sie können keine Prioritäten setzen, verlieren sich immer wieder in Unwichtigem und kommen nicht zur Ruhe.

Wenn in der Schule wichtige Lernstrategien nicht oder nur unzureichend vermittelt werden, gelingt es vielen Kindern mit Fortschreiten der Schullaufbahn immer weniger, den Anschluss an den Leistungsstand der Klasse zu halten.

Wir helfen den Kindern beim Aufbau einer systematischen Lernmethodik, die folgende Komponenten umfassen kann:

Aus dieser ganzen Reihe von Möglichkeiten suchen wir gemeinsam die Bausteine heraus, die Ihr Kind im Moment benötigt und die ihm helfen, in seinem Schulalltag besser zurecht zu kommen. 

Die Vermittlung und das Training individuell passender Entspannungsmethoden sind fester Bestandteil unserer lerntherapeutischen Arbeit.

Übersicht

Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS)/Legasthenie

Wenn die Entwicklung der Lesefertigkeiten beeinträchtigt ist und sich dies nicht durch das Entwicklungsalter, Visusprobleme oder eine unangemessene Beschulung erklären lässt, dann liegt möglicherweise beim Kind eine Lese- und Rechtschreibschwäche vor. Laut ICD-10 können "das Leseverständnis, die Fähigkeit, gelesene Worte wieder zu erkennen, vorzulesen und Leistungen, für welche Lesefähigkeit notwendig ist", betroffen sein.

Häufig gehen Rechtschreibstörungen mit Lesestörungen einher und bleiben bis ins Erwachs­enenalter bestehen.

Dies kann individuell unterschiedliche Ursachen und Auswirkungen haben. Viele Faktoren wirken in einem komplexen Gefüge zusammen: psychische, soziale und pädagogisch-fachliche Komponenten. Ursachen für Lese- und/oder Rechtschreibschwierigkeiten können im Bereich der visuellen und/oder auditiven Wahrnehmung und/oder der motorischen Entwicklung liegen. Hinzukommen können ebenfalls verschiedene Umweltfaktoren, wie z.B. schulische oder familiäre Umstände.

Menschen, die von einer Leseschwäche betroffen sind, haben Schwierigkeiten bei der korrekten Buchstabe-Laut-Zuordnung. Sie verdrehen oder ersetzen Buchstaben oder ganze Wortteile, lassen sie aus oder fügen Teile hinzu. Häufig finden sie sich in Texten schlecht zurecht, d.h. sie können bestimmte Lesestellen nicht fixieren, überspringen Wörter, Zeilen oder ganze Abschnitte. Sie sind kaum in der Lage, Inhalte der gelesenen Texte wieder­zugeben.

Neben der hohen Anzahl von Lesefehlern ist auch die niedrige Lesegeschwindigkeit ein Hinweis auf eine Leseschwäche.

Wer unter einer Rechtschreibschwäche leidet, hat Schwierigkeiten in der Laut-Buchstabe-Zuordnung. Manchmal werden auch hier Buchstaben ausgelassen, hinzugefügt oder im Wort verdreht oder es kommt zum Ersetzen von Buchstaben durch Buchstaben, die ähnlich klingen oder ähnlich aussehen. Werden zu viele Buchstaben weggelassen und ist nur ein Gerüst vorhanden, sind die Wörter nicht lesbar. Weitere Hinweise sind hohe Fehlerzahlen bei Dik­taten oder beim Abschreiben von Texten.

Bei einer Isolierten Rechtschreibstörung handelt es sich laut Klassifikation (ICD-10) "um eine Störung, deren Hauptmerkmal in einer umschriebenen und bedeutsamen Beein­träch­tigung der Entwicklung von Rechtschreibfertigkeiten besteht, ohne Vorgeschichte einer Lesestörung. … Die Fähigkeiten, mündlich zu buchstabieren und Wörter korrekt zu schrei­ben, sind beide betroffen."

Vor jeder therapeutischen Maßnahme steht eine umfangreiche Diagnostik, die uns Auf­schluss über die vorhandene Schwäche oder Störung gibt. Hier werden neben ausführlichen Gesprächen standardisierte Tests durchgeführt, Schriftproben oder Diktate analysiert und in Form von sog. informellen Tests zahlreiche Beobachtungen gemacht.

Über die daraufhin erstellten Förderpläne werden die Eltern genauso informiert wie über Möglichkeiten der Unterstützung zu Hause.

Übersicht

Rechenschwäche/Dyskalkulie

Beobachten wir bei Kindern besondere, nicht erklärbare Schwierigkeiten, die Grundrechenarten zu erlernen und bleiben sie hartnäckig auf Hilfsmittel angewiesen, kann die Ursache hierfür eine Rechenschwäche oder eine Rechenstörung sein.

Ähnlich wie bei der Lese-Rechtschreibschwäche können die Ursachen für die Probleme vielfältig sein. Sie können resultieren aus einer ungünstigen Lernumgebung,  einer psychologischen Belastungssituation oder aus Störungen neuropsychologischer Basisfunktionen, entweder im Bereich der phonologisch-sprachverarbeitenden Funktionen oder/und im Bereich der nonverbalen, visuell-räumlichen Funktionen.

Eine Störung der Basisfunktionen kann zu Einschränkungen in der Entwicklung des Arbeitsgedächtnissen führen, sodass Faktenwissen nicht ausreichend abgerufen werden kann und umständliche Strategien zur Lösung von Aufgaben entwickelt werden.

Ein Kind, das von einer Rechenstörung betroffen ist, benutzt deutlich länger als nicht betroffene Kinder seine Finger als Rechenhilfe. Es kann einfache Aufgaben im Zahlenraum bis 20 nicht spontan lösen. Kleine Mengen müssen abgezählt werden und können ohne Hilfsmittel nicht zerlegt werden. Es versteht eine Zahl nicht als Anzahl, die man zerlegen kann, sondern als ein Zahlwort in einer Folge von Zahlwörtern. Rückwärts zählen oder Zählen in Schritten gelingt nur sehr stockend. Das Kind verfügt nur über geringes Faktenwissen. Im Zahlenraum bis 100 entwickelt es kein Verständnis für den Stellenwert und das Bündelungsprinzip. Das Lesen der Uhr fällt schwer, das Übertragen von Sachverhalten in Textaufgaben gelingt kaum. Geübtes wird schnell wieder vergessen, Gelerntes kann nur mühsam abgerufen werden.

Häufig fallen Kinder mit einer Rechenstörung in der Schule erst sehr spät auf, da sie Kompensationsmechanismen entwickeln, mit denen sie sehr lange scheinbar problemlos im Unterricht mithalten können. Wenn diese Strategien nicht mehr ausreichen werden die Kinder im Mathematikunterricht auffällig.

Eine fundierte Diagnostik der Störung ermöglicht uns die Erstellung von Förderplänen, um das Kind genau dort abzuholen, wo es in seinem Lernprozess gerade steht. Eine erfolgreiche Hilfe sind der Einsatz passender Methoden und Materialien auch im Unterricht und die damit verbundene Kooperation mit der Schule. Die Zusammenarbeit mit den Bildungseinrichtungen ist für uns im Rahmen der integrativen Lerntherapie ebenso wichtig wie der regelmäßige Austausch mit den Eltern und die kontinuierliche Begleitung beim Training zu Hause.

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